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Welchen Rum trinkt ihr gerade?
#11
(03.08.2026, 17:18)404 schrieb:
(03.08.2026, 15:27)Cigarficionado_95 schrieb: Eigentlich wollte ich damit bis zum Wochenende warten, da der Lagerbestand vom neuen Wagemut Prototypen aber langsam zu Neige geht und bis 2027 kein Nachschub kommt, musste ich unbedingt jetzt schon ein kleines Tasting machen um evtl. nochmal nachzuordern zu können wenn mir der Tropfen gefällt.

Da es sich um den "kleinen Bruder" vom PX-Cask handelt, habe ich ihn zum Direktvergleich gleich mit ins Tasting reingenommen  Jaaja



Die Unterschiede mal vorweg: 

Der reguläre Wagemut PX-Cask besteht aus mindestens 10 Jahre altem, tropisch gelagerten Barbados Rum, welcher hier bei Wagemut nochmal ein PX-Cask (Pedro Ximenez Sherryfass) Finish in "feuchten" Fässern bekommt. (Feucht bedeutet in dem Fall, das ein wenig Sherry im Fass "vergessen"  Twink wird und der Rum dadurch nicht nur Sherryaromen aus dem Holz löst, sondern direkten Sherryeinfluss bekommt bzw. ein kleines Rum/Sherry Gemisch entsteht. Deshalb wird der Wagemut PX-Cask auch nicht als Rum sondern als Spirituose auf Rumbasis deklariert, da mehr als 20g Zucker pro Liter im fertigen Produkt enthalten ist). Der PX-Cask hat einen Alkoholgehalt von 40,3%Vol und kostet regulär in der 700ml Flasche 39,90€.

Der neue Prototyp hingegen, welcher aktuell noch unter dem Projektnamen "Kleiner Bruder vom PX-Cask" läuft, besteht aus 4 verschiedenen Rumsorten (Panama, Barbados, Jamaica & Trinidad). Auf eine Altersangabe wird bei diesem Produkt gezielt verzichtet, da man immer das Alter des jüngsten Rums der enthalten ist angeben muss. Der jüngste Rum in diesem Produkt ist allerdings erst 1 Jahr alt, weshalb sich eine Altersangabe nicht lohnt. Es sind aber natürlich auch ältere Rumsorten enthalten. Der älteste enthaltene Rum ist sogar 14 Jahre alt, darf wie gesagt aber nicht mit angegeben werden. Das Durchschnittsalter der verwendeten Rumsorten beträgt ca. 5-7 Jahre. Der vermählte Rum bekommt hier diesmal aber insgesamt zwei Fass Finishings. Erst gibt es wie beim regulären PX-Cask ein Finish in feuchten Pedro Ximenez Sherryfässern und im Anschluss nochmal ein zweites Finish in feuchten Portweinfässern. Auch hier wird wieder etwas Portwein im Fass "vergessen", wodurch direkter Portweineinfluss in den Rum eingebracht wird. Der "Kleine Bruder vom PX-Cask" hat einen Alkoholgehalt von 38,1%Vol. und kostet aktuell in der 500ml Flasche 19,99€. Das fertige Produkt welches nächstes Jahr dann in der 700ml Flasche erscheint, wird 24,90€ kosten, was nochmal 15€ günstiger ist als der PX-Cask. Die Idee von Nicolas hinter diesem Produkt ist, die Hürde für den Einstieg in die Welt des puren Genusses sowohl preislich als auch aromatisch nochmal niedriger zu setzen.

Wagemut PX-Cask



Im Glas zeigt der PX-Cask helle Bernsteinfarben.

Nosing:
  • Süße Noten von Rosinen und getrockneten Datteln
  • Reichhaltige Vanille und cremiges Karamell
  • Weiches Eichenholz und dezente Weihnachtsgewürze 

Tasting:
  • Dickflüssige, ölige und intensiv süße Textur
  • Aromen von dunklen Früchten, Sherry und Toffee
  • Anklänge von braunem Zucker und strukturierter Eichenwürze 

Abgang:
  • Lang und wärmend auf der Zunge
  • Anhaltende Noten von getrockneten dunklen Früchten und Eiche
  • Dezent durchscheinende Noten von dunkler Schokolade

Wagemut "Kleiner Bruder vom PX-Cask"



Der Prototyp zeigt im Glas wunderschöne rubinrote Anklänge, welche den deutlichen Portweineinfluss bestätigen.

Nosing:
  • Wie der PX-Cask, mit zusätzliche Noten von reifen roten Beeren, Brombeeren und saftigen Pflaumen, eingebunden in die bekannten, süßen Noten von Rosinen und getrockneten Datteln
  • Reichhaltige Vanille, cremiges Karamell und ein Hauch von feinem Portwein
  • Weiches Eichenholz und wärmende Weihnachtsgewürze

Tasting:
  • Extrem vollmundige, dickflüssige und ölige Textur
  • Intensiv fruchtiger Auftakt mit dunklen Kirschen, Waldbeeren und dem typischen Sherry-Toffee-Charakter
  • Ergänzt durch tiefgründige Nuancen von braunem Zucker, Tabak und strukturierter Eichenwürze

Abgang:
  • Äußerst lang, wärmend und komplex auf der Zunge
  • Elegant ausklingend mit einer Melange aus getrockneten dunklen Früchten, samtiger Eiche und Portwein-überscherter Süße
  • Tiefe, dunkle Schokolade im allerletzten Nachhall

Fazit: Für mich als Liebhaber von süßem Rum und dem PX-Cask ist der kleine Bruder für mich eine ganz tolle Ergänzung des Markenportfolios. Der Prototyp ist nochmal zugänglicher und weicher als der PX-Cask (welcher meiner Meinung nach auch schon recht einsteigerfreundlich ist) und kommt durch das zusätzliche Portweinfass Finish noch aromengeladener daher. Ein sehr leckerer sipping Rum und wenn ich das so sagen darf: Für 25€ wird man ab Releasezeitpunkt nächstes Jahr kein qualitativ besseres Produkt für diesen Preis bekommen. Das ist großes Kino für kleines Geld!

@Axatem Du wolltest ja wissen wie mir der Stoff gefällt, viel spaß beim lesen  Proxy_007

Hast du schon mal den Cask Strength von Wagemut probiert?
Den Cask Strength habe ich auch schon probiert. Habe mich dort in eine Flaschenteilung unter ein paar Wagemut Club Membern eingekauft als er erschienen ist. Hat mir persönlich auch gut gefallen. Ist mit seinen 58%Vol. natürlich kein Leichtgewicht aber aromatisch kommt der nochmal deutlich intensiver zur Geltung als der normale PX-Cask. Ich persönlich präferiere aber generell eher etwas weniger Alkoholgehalt, da es ab 50 Umdrehungen aufwärts gerne mal alkoholisch scharf wird was ich nicht so gerne mag. Die 58% beim Cask Strength sind aber unerwartet gut eingebunden muss ich sagen!
Cigars, Spirits and the finer side of life 👌🏻 (Cigarficionado_95)
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#12
Der zweite Rum des Sommers ist mal kein Agricole  Blink  

Barbados, grade von Plantation fand ich früher genial, war für mich immer destilliertes Bounty.
Dieser Barbados hat nun ein Sherry Finish hinter sich und der erste dram war schon faszinierend.
Gleich nach dem Einschänken war kurz für 2-3 Minuten die ursprüngliche Charakteristika präsent bevor dann das Sherryfinish das Ruder übernahm und das Destillat geplättet hat. Immer noch legga nach hochwertiger Schoki, Walnuss, Kirsch und Kaffee aber faszinierender Weise gleichsam gelagertem Whisky absolut ähnlich.
Mal sehen, wie der sich entwickelt. 

   
“It's a mix of Maui-Waui and Labrador”  (Cheech Marin)
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#13
Endlich Wochenende! 

Zeit um den gestrigen Neuzugang (Hampden 8) zu testen. Habe eben ein kleines Gläschen probiert, die Neugier war zu groß  Hehee 

Also die Nase ist echt der Hammer, gefällt mir extrem gut! Dieser puristische, animalische und estherbetonte Geruch der einem hier aus dem Glas entgegenströmt ist schon echt der Wahnsinn. Der erste Schluck war etwas gewöhnungsbedürftig, das muss ich zugeben. Ich konnte beim ersten Schluck auch nur eine leichte süße und die Lösungsmittel/Esther Noten vernehmen und im Abgang hatte ich Oliven (klingt evtl. komisch, schmeckte für mich aber tatsächlich so Hehee2 ).

Nachdem der Rest für ein paar Minuten im Glas atmen durfte, war der zweite Schluck schon deutlich besser. Die Esthernoten sind ein wenig zurückgegangen und die Fruchtnoten von überreifen Bananen und Ananas kamen zum Vorschein und der Abgang war sehr geprägt von den typischen Noten die eine Lagerung in Ex-Bourbonfässern mit sich bringt. Ein wirklich sehr interessanter Rum, der definitiv nichts für zartbesaitete ist. Diese Flasche wird mich die nächsten Wochen immer mal wieder begleiten und mir zeigen ob ich tiefer in die Welt von Hampden eintauchen will. 

Für den Anfang soll das aber erst einmal genügen, ich glaube für mehr Funk ist mein Gaumen noch nicht bereit  Rotfl

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#14
Hab jetz auch Lust auf Hampden bekommen.

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Ehrenamtlicher Zigarren Suchtberater.
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#15
Na da mache ich gerne mit
Funky funky

   
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