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AVO Expresivo
#1
AVO Expresivo Churchill beim Davidoff Tasting.

Geschmacklich nicht meins.
Muss ich in die gleiche Kategorie stecken wie die Heritage oder die späteren Improvisations.
Offensichtlich für den US Markt entwickelt.

Mir fehlt die Finesse der Blends, welche noch von Herrn Uvezian höchstselbst abgesegnet wurden.

Honduras und Nicaragua in dieser Kombination fehlt "der Körper", es ist zwar jede Menge Power vorhanden, aber die Dreidimensionalität von Nicaragua Fogata, Nicaragua Syncro oder Ritmo wird nicht erreicht.
Die Abwesenheit von Dom.Rep. ist durchgehend wahrnehmbar.

Im ersten Drittel konnte ich gar nichts damit anfangen, sie wirket flach, nichtssagend und aromatisch eher enttäuschend.
Im 2ten Drittel kam eine verhaltene Gewürznote hinzu, was dem Ganzen doch eine Spur von Komplexität gab und mit einer gewissen Brotigkeit wurde das trockene Holz interessanter.
Recht unerwartet schwang eine Mineralität mit, die ich nicht wirklich zuordnen konnte, aber beinahe für eine Frische im Mund sorgte.

Leider im letzten Drittel wegzulegen, da die aufgetretenen Konstruktionsprobleme Überhand nahmen und der Tunnelbrand die weitere Entfaltung der Aromen vorzeitig durch Kohle überlagerte.

Im Austausch mit den Herrschaften von Davidoff, denen ähnliche Konstruktionsprobleme auffielen(vor allem beim Thema Asche und Schiefbrand), kam die leider noch nicht beantwortete Frage auf, ob es möglicherweise an einer Entubado Konstruktion im Kontrast zu dem für Davidoff und AVO sonst üblichen Accordeon-Verfahren liegen könnte.
Dies wird erfragt, ich denke es liegt aber auf der Hand, dass die Torcedores in Danli noch nicht auf dem Level der Herrschaften in Santiago sind.
Des Weiteren wurden für den Blend ausschließlich Ligero und Viso verwendet, wodurch die perfekte Konstruktion umso wichtiger ist.

Gut gelungen ist es, die mit Honduras sehr häufig auftretende Säure gut auszugleichen, sodass mir diese im Rauchverlauf nicht aufgefallen wäre.

Ein weiterer Stich ins Herz eines Banderolenfetischisten:
Das dicke, griffige und wertige Papier bereits genannter Serien aus dem Hause Avo Uvezians wurde durch recht dünnes und unspektakuläres Material ersetzt.

Alles in Allem:
eine 5/10.

Kann man machen, aber kistenweise wird diese Zigarre keinen Einzug in meinen Humidor finden.

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"Some people meditate; I smoke cigars" - Ron Perlman
[+] 5 Mitglieder gefällt Ezekiel's Beitrag
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#2
Servus, grüß Euch mitsammen!

Da muss ich doch seit Langem mal wieder aus meinem Loch hervorkriechen ... Hier irgendwann mal auf Einladung angemeldet und das Forum dann aus den Augen verloren. Erst seit ein paar Wochen bin ich wieder deutlich mehr im Thema Zigarre und auch hier wieder stiller Mitleser. Im alten Forum war ich durchaus aktiv, mit einer vierstelligen Beitragsanzahl.

Die AVO Expresivo ist FÜR MICH – Obacht, eigene Wahrnehmung – eine der gelungensten Neuerscheinungen der letzten Zeit.
Ich kann zwar nicht so schön die einzelnen Nuancen einer Zigarre herausarbeiten, wie es oben passiert ist, aber ein paar Sachen möchte ich an dieser Stelle auch mal festhalten.
Die Konstruktion war bei keinem meiner verkosteten Exemplare ein Problem. Bis dato habe ich 2× die Churchill (1× Garten, 1× Lounge), 1× die Robusto auf einer Parkbank während einer Motorradtour und 1× die Toro (ebenfalls Garten) geraucht.
Keine hatte auch nur ansatzweise irgendwelche Probleme mit Abbrand oder Zug und keine hat getunnelt. Das bringt vermutlich schon eine ganz andere Ausgangslage bei der Wahrnehmung der Zigarre.
Für mich ist der absolute Favorit die Churchill. Endlich mal eine Zigarre, die kein Ofenrohr ist und bei der man keine Maulsperre von dem Ding bekommt. 
Ich greife aber generell eher zur schmaleren Vitola, wenn die Auswahl besteht. Darum beziehen sich meine Eindrücke hauptsächlich auf die Churchill.

Hab gerade extra nach meiner Notiz zu ihr gesucht:
„Anfangs etwas Bitterkeit, die rasch verschwindet. Danach cremig mit dezenter Pfefferschärfe. Entwickelt sich im Rauchverlauf deutlich und wird besonders im letzten Drittel dunkel, würzig, ledrig und erdig. Im Finale erstaunlich kubanischer Charakter – blind kaum als New World erkannt. Nach dem zweiten Exemplar einer der stärksten Neuzugänge 2026.“

Zum Thema „Cuba-like“: Das war nicht nur meine Wahrnehmung, das Gefühl wurde mir auch in unserer Zigarrenrunde bestätigt.
Was aber ebenfalls auffällt: Bei uns ist sie eine klassische „Du liebst oder hasst sie“-Zigarre. Sprich, sie wurde entweder gleich in "größerer" Menge gekauft oder es blieb bei einem verkosteten Exemplar.
Ich hab meine jedenfalls alle so weit runtergeraucht, dass ich mir schon fast die Finger verbrannt habe, weil sie mit jedem gerauchten Millimeter interessanter wurde. 

Ich find schön und immer wieder interessant, wie unterschiedlich Geschmack sein kann.

Musste heute gleich noch eine Churchill rauchen, und auch die hat mir meine eindrücke bestätigt

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Mit bestem Gruß 
[+] 4 Mitglieder gefällt joey2910's Beitrag
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#3
Danke für eure Tastings. Werde mir als alter AVO Freund also wohl auch nochmal die Ehre geben müssen smoke1
“It's a mix of Maui-Waui and Labrador”  (Cheech Marin)
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